Zum Inhalt springen
Überbewegliches Gelenk beim Ehlers-Danlos-Syndrom

Das Ehlers-Danlos-Syndrom und die Stabilität des menschlichen Fußes

Wenn die genetisch bedingte Struktur des Kollagens im Körper verändert ist, verlieren die Bänder ihre natürliche Spannung, sodass die Gelenke des Fußes eine übermäßige Beweglichkeit aufweisen. Diese Instabilität betrifft oft die komplexen Strukturen der 26 Knochen im Fuß. Das Bindegewebe wirkt hier weniger wie ein fester Anker, sondern eher wie ein dehnbares Gummi. Betroffene bemerken dies häufig erst bei sportlicher Belastung. Die Gelenke wirken instabil.

Anatomie der Bänder am Fuß

Da das Kollagen die Hauptkomponente des Bindegewebes darstellt, führt ein Defekt beim Ehlers-Danlos-Syndrom dazu, dass die Sehnen und Bänder die knöchernen Strukturen nicht mehr ausreichend sichern können. Die anatomische Stabilität des Sprunggelenks hängt von der Integrität der Außenbänder ab. Dazu gehören das Ligamentum talofibulare anterius und das Ligamentum calcaneofibulare. Diese Bänder verhindern, dass der Fuß nach außen wegknickt. Ohne ausreichende Spannung rutschen die Gelenkflächen leicht auseinander. Das erhöht das Risiko für Luxationen.

Die Mechanik verändert sich massiv. Wenn die Bänder zu elastisch sind, muss die Muskulatur die fehlende Stabilität kompensieren, während die Ermüdung der Muskeln die Gelenke immer ungeschützter den mechanischen Kräften des Gehens aussetzt. Dies führt oft zu chronischen Beschwerden.

Das Risiko für Fehlstellungen

Obwohl die knöcherne Struktur des Fußes meist völlig normal bleibt, entwickeln sich durch die lockeren Bänder häufig Fehlstellungen wie der Plattfuß oder ein Senkfuß. Das Längsgewölbe sinkt ab, weil die Plantarfaszie und die unterstützenden Bänder die Last des Körpergewichts nicht mehr stabil halten können. Die Fußwurzelknochen verschieben sich leicht nach innen. Dies verändert den gesamten Bewegungsablauf der Beine.

Die Belastung verteilt sich ungleichmäßig. Ein falsches Abrollverhalten entsteht.

Instabilität im Sprunggelenk

Während die meisten Menschen beim Laufen eine kontrollierte Bewegung durch das Sprunggelenk ausführen, fehlt diesen Menschen oft die nötige Endgradigkeit der Gelenkbewegung. Das bedeutet, dass die Gelenke über den physiologischen Bereich hinaus beweglich sind. Dies nennt man Hypermobilität. Besonders das untere Sprunggelenk ist betroffen. Es ist sehr empfindlich.

Die Gefahr von Umknicktraumata steigt deutlich an. Ein einfacher Schritt auf einer unebenen Fläche reicht oft aus, damit das Gelenk instabil reagiert und die Bänder überdehnen. Dies kann zu chronischen Instabilitäten führen. Eine ärztliche Untersuchung ist hier zwingend erforderlich.

Die Rolle der Muskulatur

Da die passiven Haltestrukturen wie Bänder und Kapseln versagen, müssen die aktiven Stabilisatoren, also die Muskeln, eine deutlich höhere Arbeitslast übernehmen. Die Fußmuskulatur arbeitet permanent unter Hochdruck, um die Gelenke in der korrekten Position zu halten. Dies führt häufig zu einer schnellen muskulären Ermüdung. Schmerzen treten oft erst nach längerer Belastung auf.

Die Muskulatur muss sehr gezielt trainiert werden. Ein Krafttraining ist sinnvoll.

Diagnostik und medizinische Abklärung

Wenn der Verdacht auf ein Ehlers-Danlos-Syndrom besteht, sollten Betroffene eine spezialisierte rheumatologische oder orthopädische Praxis in Deutschland aufsuchen, damit eine genetische Untersuchung die genaue Ursache klären kann. Es gibt verschiedene Typen des Syndroms, wie etwa den hypermobilen Typ oder den klassisch-cricoide Typ. Die Diagnose erfordert oft Zeit.

Ein Arzt nutzt klinische Tests. Der Beighton-Score ist ein gängiges Werkzeug zur Messung der Gelenkmobilität. Er bewertet die Beweglichkeit von Fingern, Ellenbogen und Knien. Auch die Flexibilität des Fußes fließt in die Beurteilung ein.

Prävention und Alltagshilfe

Damit die Gelenke im Alltag geschont werden, kann das Tragen von orthopädischen Einlagen helfen, die mechanische Achse des Fußes zu stabilisieren. Solche Einlagen stützen das Gewölbe aktiv ab. Sie verändern die Druckpunkte unter dem Fuß. Dies entlastet die überdehnten Bänder.

Die Wahl der richtigen Schuhe ist entscheidend. Ein fester Schuh bietet mehr Sicherheit als ein weicher Slipper. Man sollte auf eine gute Fersenkapsel achten.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Hypermobilität im Fuß?

Man kann die Beweglichkeit oft selbst testen, indem man prüft, ob der Fuß über das normale Maß hinaus nach oben oder unten gebeugt werden kann. Eine übermäßige Beweglichkeit der Zehen oder des Mittelfußes deutet ebenfalls auf eine Bindegewebsschwäche hin. Eine professionelle Einschätzung durch einen Orthopäden ist jedoch notwendig.

Können Sportarten die Beschwerden verschlimmern?

Sportarten mit hohen Sprungbelastungen oder schnellen Richtungswechseln wie Tennis oder Basketball können die Instabilität fördern, wenn die Muskulatur nicht ausreichend trainiert ist. Moderates Training im Wasser oder gezieltes Krafttraining sind oft besser geeignet, um die Gelenke zu schützen. Die Belastung sollte immer schmerzfrei bleiben.

Hilft eine Operation bei instabilen Bändern?

Eine Operation zur Bandstraffung wird in der Orthopädie nur in Ausnahmefällen durchgeführt, da das Gewebe bei einem Ehlers-Danlos-Syndrom oft erneut nachgibt. Meist steht die konservative Therapie mit Physiotherapie und orthopädischen Hilfsmitteln im Vordergrund. Die Entscheidung muss immer individuell mit einem Chirurgen getroffen werden.

Überlegen Sie, ob Ihre Fußschmerzen eher bei Belastungsspitzen oder direkt nach dem Aufstehen auftreten.

Weiterlesen

Abbildung zum Thema Anatomie des Fersenbeins
Fußanatomie Anatomie des Fersenbeins: Aufbau und Funktion des Calcaneus
Abbildung zum Thema Anatomie des Lisfranc-Gelenks
Fußanatomie Das Lisfranc-Gelenk: Anatomie und Funktion des Mittelfußes
Aufbau der menschlichen Ferse
Fußanatomie Die Anatomie der Ferse: Wie unser Körper die Last trägt