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Abbildung zum Thema Ganzbeinorthese

Ganzbeinorthese: Funktionsweise und Einsatz bei Beinstabilität

Wenn die Stabilität der unteren Extremität durch neurologische oder orthopädische Schäden massiv beeinträchtigt ist, bietet eine Ganzbeinorthese eine mechanische Unterstützung, die das gesamte Bein von der Hüfte bis zum Fuß umschließt. Diese Hilfsmittel stabilisieren die Gelenke. Sie verhindern ein Einknicken.

Die anatomische Aufgabe der Orthese

Da die Orthese die gesamte Länge des Beins umfasst, kann sie sowohl das Hüftgelenk als auch das Knie und das Sprunggelenk in einer festen Achse halten. Das ist notwendig, wenn die neuromuskuläre Kontrolle versagt. Eine solche Instabilität tritt oft nach schweren Verletzungen auf. Die Orthese arbeitet mit Schienen aus Aluminium oder Carbon. Diese Materialien halten die Belastung aus. Während der Patient läuft, übernimmt das Gestell die Aufgabe, die mechanische Achse des Beins zu sichern, sodass ein unkontrolliertes Wegknicken des Knies während der Standphase verhindert wird. Das schützt die Bänder.

Verschiedene Indikationsbereiche in der Orthopädie

Obwohl viele Patienten zunächst nur eine einfache Knieorthese erhalten, benötigen Menschen mit schweren Lähmungserscheinungen eine umfassende Versorgung, die den gesamten Bewegungsablauf von der Hüfte bis zur Fußspitze stabilisiert. Dies betrifft oft Betroffene von Schlaganfällen. Auch Multiple Sklerose führt zu solchen Problemen. Die Orthese stützt das Bein. Sie gibt Sicherheit. In der klinischen Praxis sehen wir dies häufig bei Patienten mit einer Peroneusparese, weil die Fußheberfunktion durch die Nervenschädigung verloren gegangen ist. Der Fuß klappt nach unten. Das nennt man Spitzfuß. Eine Ganzbeinorthese verhindert diesen Zustand effektiv.

Aufbau und technische Komponenten

Nachdem ein Orthopädietechniker die genauen Maße des Beins genommen hat, wird das Gerät individuell an die Anatomie des Patienten angepasst, damit keine Druckstellen an den knöchernen Vorsprüngen entstehen. Die Passform ist entscheidend. Es gibt Schienen und Polster. Das Polster schützt die Haut. Die Gelenke der Orthese sind oft beweglich eingestellt. Man nennt dies die Flexions- und Extensionskontrolle. Ein Mechanismus begrenzt den Winkel. Das verhindert eine Überstreckung.

Materialwahl und Tragekomfort im Alltag

Wenn die Konstruktion aus leichten Materialien wie hochfestem Kunststoff oder Carbon gefertigt wird, reduziert dies das zusätzliche Gewicht beim Gehen, während die notwendige Steifigkeit für die Stabilität des Beins dennoch vollumfänglich erhalten bleibt. Gewicht ist ein Faktor. 1,5 Kilogramm können schwer wirken. Die Patienten tragen die Orthese unter der Kleidung. Moderne Designs sind diskret. Sie passen in weite Hosen.

Anpassungsprozess beim Orthopädietechniker

Während der ersten Anprotestermine im Sanitätshaus wird die mechanische Ausrichtung der Schienen kontinuierlich korrigiert, weil kleinste Abweichungen in der Achse zu schmerzhaften Fehlbelastungen der Hüfte oder des Rückens führen können. Der Techniker misst genau. Er nutzt Gips oder digitale Scans. Die Anpassung dauert oft mehrere Wochen. Erst wenn der Gang sicher ist, gilt die Orthese als perfekt eingestellt. Ein Arzt sollte den Prozess begleiten. Das sichert den Therapieerfolg.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Eingewöhnung?

Die Eingewöhnung an eine Ganzbeinorthese dauert meist zwischen 4 und 8 Wochen. In dieser Zeit müssen die Haut und die Muskulatur sich an die neue Belastung gewöhnen. Ein Physiotherapeut unterstützt diesen Prozess oft durch gezieltes Training.

Kann ich mit der Orthese Sport treiben?

Sportliche Aktivitäten sind mit einer Ganzbeinorthese meist nur sehr eingeschränkt möglich. Während leichte Spaziergänge oft gut machbar sind, erfordern intensive Sportarten eine spezielle, hochstabile Konstruktion. Besprechen Sie Ihr Aktivitätsniveau unbedingt mit Ihrem behandelnden Orthopäden.

Was tun bei Druckstellen?

Sollten rote Stellen oder Schmerzen unter den Polstern auftreten, muss die Orthese umgehend angepasst werden. Druckstellen können bei dauerhafter Belastung zu Hautgeschwüren führen, weshalb eine sofortige Rücksprache mit dem Orthopädietechniker notwendig ist.

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