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Abbildung zum Thema Orthese

Orthesen richtig verstehen: Unterstützung für Gelenke und Bewegungen

Wenn die Stabilität eines Gelenks durch eine Verletzung oder eine chronische Erkrankung verloren geht, greifen Mediziner oft zu Orthesen, damit die betroffene Struktur geschützt und die Bewegungsabläufe wieder normalisiert werden können. Diese Hilfsmittel sind weit mehr als bloße Schienen. Sie wirken aktiv auf die Biomechanik des Körpers ein.

Die grundlegende Funktionsweise von Orthesen

Da eine Orthese das Ziel verfolgt, die natürliche Bewegung eines Körperteils zu kontrollieren oder zu begrenzen, muss sie präzise auf die Anatomie des Patienten abgestimmt sein. Das geschieht meist durch eine individuelle Anpassung. Ein Orthopädietechniker misst dabei die Konturen des Beins oder des Arms. Er berücksichtigt die 26 Knochen im Fuß oder die komplexen Strukturen des Kniegelenks.

Die Mechanik ist entscheidend. Eine Orthese kann Druck ausüben, um eine Fehlstellung zu korrigieren. Sie kann auch Bewegung verhindern, damit ein verletzter Meniskus in Ruhe heilen kann. Das ist wichtig.

Die verschiedenen Arten der Versorgung

Während eine einfache Schiene lediglich eine mechanische Barriere bildet, verfügen hochmoderne Funktionsorthesen über bewegliche Gelenke, sodass die natürliche Abrollbewegung des Fußes oder die Beugung des Knies trotz der Schienung erhalten bleibt. Solche Systeme sind komplex.

Man unterscheidet primär nach dem Einsatzgebiet:

  1. Knieorthesen zur Stabilisierung der Kreuzbänder.
  2. Sprunggelenkorthesen bei akuten Verstauchungen.
  3. Handgelenkorthesen zur Entlastung von Sehnen.
  4. Fußorthesen zur Korrektur des Längsgewölbes.

Jede Orthese hat eine spezifische Aufgabe. Sie dient der Entlastung oder der Führung.

Materialwahl und Tragekomfort im Alltag

Wenn die Materialqualität nicht stimmt, entstehen oft Druckstellen an den Hauträndern, weil die harten Kunststoffkomponenten oder Metallgelenke bei falscher Passform ständig gegen das Gewebe reiben. Das führt zu Schmerzen. Deshalb nutzen Hersteller heute leichte Materialien wie Carbon oder spezielle Thermoplaste. Diese Stoffe bieten eine hohe Stabilität bei geringem Gewicht.

Die Polsterung ist ebenfalls zentral. Sie muss Schweiß aufnehmen können. Ein guter Tragekomfort ist die Basis für die Therapietreue.

Die Rolle der Physiotherapie und Anpassung

Nachdem eine Orthese fachgerecht angepasst wurde, beginnt oft eine Phase der intensiven physiotherapeutischen Begleitung, damit die Muskulatur nicht durch die externe Unterstützung zu stark atrophiert oder schwach wird. Muskelabbau ist ein Risiko. Das Gehirn muss lernen, mit dem neuen Hilfsmittel zu arbeiten.

Die Anpassung erfolgt oft in mehreren Schritten. Ein Arzt verschreibt das Hilfsmittel meist nach einer Diagnose. Der Sanitätshaus-Experte setzt es um. Die Zusammenarbeit ist essenziell.

Häufige Fehlstellungen und die Korrektur durch Orthesen

Wenn das Längsgewölbe des Fußes aufgrund einer Schwäche der Sehnen zu stark absinkt, verlagert sich die gesamte Last auf die Innenkante des Fußes, sodass die hintere Schienbeinsehne dauerhaft überdehnt wird und mit der Zeit schmerzhafte Reizungen entstehen. Hier hilft eine Einlagenorthese. Sie stabilisiert den Fuß von unten.

Auch beim Hallux valgus kommen Orthesen zum Einsatz. Sie halten die Zehen in einer korrekten Position. Das lindert den Druck auf das erste Mittelfußköpfchen. Eine ärztliche Abklärung der Fehlstellung ist hierbei zwingend erforderlich.

Kostenübernahme und medizinische Notwendigkeit

Da die Herstellung von maßgeschneiderten Orthesen sehr teuer ist, müssen Patienten in Deutschland ein ärztliches Rezept vorlegen, damit die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das Hilfsmittel übernehmen können. Ein Rezept ist die Voraussetzung.

Die Krankenkasse prüft die medizinische Notwendigkeit genau. Sie schaut auf die Diagnose. Der Arzt muss begründen, warum eine Standardlösung nicht ausreicht.

Häufige Fragen

Wie lange muss ich eine Orthese tragen?

Die Tragedauer hängt stark von der Art der Verletzung ab. Bei einem Bänderriss kann die Empfehlung zwischen 6 und 8 Wochen liegen, während chronische Fehlstellungen oft eine dauerhafte Versorgung erfordern. Besprechen Sie den genauen Zeitplan immer mit Ihrem behandelnden Orthopäden.

Kann ich mit einer Orthese Sport treiben?

Das ist möglich, sofern die Orthese für sportliche Belastungen zertifiziert ist. Viele moderne Modelle sind so konstruiert, dass sie die nötige Stabilität bieten, ohne die Dynamik zu stark einzuschränken. Informieren Sie Ihren Arzt über Ihre Sportart, damit das passende Modell gewählt werden kann.

Was mache ich bei Hautirritationen unter der Orthese?

Hautirritationen deuten meist auf eine falsche Passform oder mangelnde Hygiene hin. Überprüfen Sie die Polsterung auf Schmutz und achten Sie darauf, dass keine Kanten drücken. Wenn die Rötungen anhalten, sollte der Orthopädietechniker die Orthese umgehend nachjustieren.

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