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Abbildung zum Thema Syndesmose

Die Syndesmose: Das wichtige Band zwischen Schienbein und Wadenbein

Wenn Sie auf unebenem Boden laufen, müssen die beiden großen Unterschenkelknochen eine extrem stabile Einheit bilden, damit das Sprunggelenk bei jeder Bewegung präzise belastet werden kann. Diese Aufgabe übernimmt die Syndesmose. Sie besteht aus mehreren Bändern, welche Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) fest miteinander verbinden. Ohne diese Verbindung würde das Wadenbein bei jedem Schritt unkontrolliert nach außen ausschwenken. Das wäre fatal.

Die Anatomie der Bandverbindung

Da die Syndesmose die mechanische Achse des Sprunggelenks stabilisiert, besteht sie aus einer komplexen Anordnung von Bindegewebe, das die Knochen in ihrer Position hält. Die wichtigste Komponente ist die Membrana interossea, ein kräftiger Bindegewebsfilm zwischen den Knochen. Zusätzlich sichern die Ligamenta tibiofibularia die Verbindung im oberen und unteren Bereich des Sprunggelenks ab. Diese Strukturen arbeiten eng zusammen.

Das Wadenbein liegt seitlich am Schienbein. Es fungiert als Führungsschiene für den Talus, also den Sprungbeinknochen. Die Bänder verhindern, dass der Talus bei Belastung seitlich aus der Gabel rutscht. Ein stabiler Halt ist essenziell.

Verletzungen und das Risiko der Instabilität

Wenn ein Fuß bei einem Sturz oder einem Sportunfall heftig nach außen verdreht wird, entstehen oft massive Scherkräfte, die die feinen Fasern der Syndesmose überdehnen oder komplett reißen lassen. Solche Verletzungen nennt man Syndesmoseverletzungen. Sie sind schmerzhaft. Oft treten sie zusammen mit einer Außenbandruptur auf.

Die Heilung dauert meist lang. Ein Patient benötigt oft 6 bis 12 Wochen für eine erste Belastbarkeit. Während dieser Zeit muss der Fuß geschont werden, damit die Bänder wieder fest anwachsen können. Eine frühzeitige Fehlbelastung führt zu Instabilität.

Die Diagnose in der orthopädischen Praxis

Obwohl ein Schmerz im Bereich des oberen Sprunggelenks oft wie eine einfache Verstauchung wirkt, müssen Ärzte gezielte klinische Tests durchführen, um eine Verletzung der Syndesmose sicher auszuschließen. Ein häufiger Test ist der Squeeze-Test. Hierbei drückt der Mediziner die Tibia und Fibula auf Höhe des Unterschenkels zusammen. Wenn dies Schmerzen am Sprunggelenk auslöst, deutet das auf einen Schaden hin.

Röntgenbilder zeigen oft nur den Zustand der Knochen. Um die Bänder selbst zu beurteilen, ist ein MRT notwendig. Das MRT liefert Details über Risse im Gewebe. Ein Arzt stellt die Diagnose.

Therapieoptionen und Heilungsprozesse

Nachdem eine schwere Verletzung der Syndesmose festgestellt wurde, entscheidet die klinische Instabilität darüber, ob eine konservative Behandlung ausreicht oder eine Operation notwendig ist. Bei einer leichten Dehnung helfen Schienen oder Orthesen. Diese begrenzen die Bewegung im Sprunggelenk für etwa 4 bis 6 Wochen.

Bei einem kompletten Riss ist oft eine Operation nötig. Chirurgen verwenden hierfür meist kleine Schrauben oder sogenannte Syndesmose-Pins. Diese Metallteile halten die Knochen zusammen, bis das Gewebe wieder fest ist. Die Hardware wird später entfernt.

Die Physiotherapie beginnt meist nach der ersten Entlastungsphase. Sie stärkt die umliegende Muskulatur. Das verbessert die Propriozeption, also die Tiefensensibilität des Fußes. Ein sicherer Stand kehrt zurück.

Langfristige Folgen und Prävention

Sollte die Syndesmose nach einer Verletzung nicht vollständig ausheilen, verschiebt sich das Wadenbein dauerhaft nach außen, sodass die Gelenkflächen nicht mehr passgenau aufeinanderliegen und der Knorpel vorzeitig verschleißt. Dies kann zu einer frühzeitigen Arthrose führen. Arthrose ist chronisch.

Regelmäßiges Training der Sprunggelenksstabilität hilft. Balancebretter oder instabile Unterlagen sind effektiv. Man trainiert die Reflexe.

Häufige Fragen

Wie fühlt sich eine Syndesmoseverletzung an?

Der Schmerz sitzt meist etwas oberhalb des eigentlichen Sprunggelenks zwischen Schienbein und Wadenbein. Oft tritt ein Druckschmerz auf, wenn man den Unterschenkel zusammendrückt. Die Schwellung ist meist deutlich sichtbar.

Kann ich trotz Verletzung normal laufen?

Das hängt stark vom Grad der Verletzung ab. Bei einer leichten Dehnung ist Gehen mit einer Orthese oft möglich, während ein Riss eine strikte Entlastung erfordert. Sprechen Sie hierzu immer Ihren Arzt an.

Wie lange dauert die Sportfähigkeit wieder?

Bei einer unkomplizierten Heilung ohne Operation können Sportler nach etwa 3 bis 4 Monaten wieder einsteigen. Bei operativen Eingriffen kann dieser Zeitraum auf 6 Monate oder länger ansteigen. Die individuelle Belastbarkeit variiert stark.

Prüfen Sie bei ersten Anzeichen von Instabilität immer die Passform Ihrer Laufschuhe.

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